Hunderte Meter trockenes Bachbett an der Oberen Ilm, nahezu ausgetrocknete Biotope im Münchner Westen, Rettungseinsätze am Gröbenbach, Starzelbach und vielen weiteren Gewässern: Anhaltende Hitze und Trockenheit setzen Oberbayerns Gewässer in diesem Sommer in einem bislang nicht gekannten Ausmaß unter Druck. Betroffen sind längst nicht mehr nur kleine Bäche, auch große Flusswasserkörper wie Isar und Amper erreichen immer höhere Temperaturen, während sie gleichzeitig weniger Wasser führen.
„An allen Ecken und Enden fehlt es an Wasser: Obwohl nach der großen Trockenheit 2003 das Ampermoos 2013 wieder vernässt wurde, erreicht die Amper im Bereich Fürstenfeldbruck Niedrigwasserstände, die uns so noch nie bekannt waren. berichtet Thomas Schiffler, Vizepräsident des Verbands.
Auch zahlreiche Seen knacken inzwischen Rekordtemperaturen und historisch niedrige Wasserstände. Am Sylvensteinspeicher entstanden durch den stark abgesunkenen Wasserspiegel immer wieder vom Hauptgewässer abgeschnittene Senken, in denen Fische eingeschlossen wurden und ohne rechtzeitige Hilfe des FV Lenggries verendet wären. (siehe auch Video) Gleichzeitig sinkt mit steigenden Wassertemperaturen der Sauerstoffgehalt im Wasser, eine zusätzliche Belastung für viele heimische Fischarten.
Für unsere Mitgliedsvereine bedeutete dies so viele Notabfischungen und Rettungseinsätze wie nie zuvor. Wo Bäche und Biotope auszutrocknen drohten, waren sie im Einsatz: Mit Keschern und Transportbehältern wurden Fische geborgen und in geeignete Gewässer umgesetzt. An der Oberen Ilm konnten z.B., hunderte Elritzen und Bachschmerlen vor dem Tod bewahrt werden. Auch am Rettenbach bei Vierkirchen wurden von Fischer Günter Schön etliche Muscheln aus trockengefallenen Bachabschnitten geborgen, nachdem sie den sinkenden Wasserständen nicht mehr folgen konnten.
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„Die zahlreichen Einsätze zeigen, welche Bedeutung die Fischereivereine für Arten- und Gewässerschutz haben“, so Patrick Mayr, FVO-Geschäftsführer. „Vereine kontrollieren ihre Gewässer regelmäßig und erkennen kritische Entwicklungen wie sinkende Wasserstände oder steigende Wassertemperaturen häufig frühzeitig. So können notwendige Rettungsmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden, oftmals innerhalb weniger Stunden und oftmals auch ganz unbemerkt und ohne große Aufmerksamkeit. Auffällig ist, dass öffentlichkeitswirksame Fischsterben und Totalausfälle zunehmend an Gewässern auftreten, die nicht von Fischereivereinen bewirtschaftet werden.“, ergänzt Mayr.
Hierzu zählen beispielsweise diejenigen, die in der Zuständigkeit von Privatpersonen, Behörden oder anderen Einrichtungen, wie Autobahndirektionen oder auch der Deutschen Bahn liegen. Immer wieder werden genau dort kritische Entwicklungen erst dann bemerkt, wenn zufällig aufmerksame Passanten Alarm schlagen oder es bereits zu spät ist.
Der FVO regt deshalb an, die Betreuung und ordnungsgemäße Bewirtschaftung solcher Gewässer künftig stärker in den Blick zu nehmen. Die Erfahrungen dieses Sommers zeigen deutlich: Gewässer, die von engagierten Vereinen regelmäßig überwacht und gepflegt werden, profitieren von dieser kontinuierlichen Kontrolle und einem schnellen Eingreifen im Ernstfall.
Wie sich Vereine und Fischereiberechtigte im Notfall verhalten sollen? Dazu hat der LFV jüngst den Flyer „Hitze & kritische Situationen am Wasser“ veröffentlicht. Diesen finden sie auf lfvbayern.de










