München/Oberbayern. Das aktuelle Fischsterben am Hüllgraben in München zeigt erneut, wie entscheidend eine regelmäßige und fachlich fundierte fischereiliche Betreuung von Gewässern sein kann. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz der Isarfischer wären hier tausende weitere Fische verendet.

Durch fehlendes Wasser und langanhaltende Hitze ist der Münchner Hüllgraben trockengefallen, was auch zu einem Sterben einiger Fische geführt hat. Nachdem besorgte Bürger jedoch am Morgen des 28. Juli auf die dramatische Situation aufmerksam gemacht hatten, wandte sich das Münchner Kreisverwaltungsreferat auch an den Fischereiverein „die Isarfischer“ und bat diesen um Unterstützung.

Nach Erteilung der notwendigen Genehmigung rückten deren Vereinsmitglieder noch am selben Tag zu einem rund achtstündigen Einsatz aus. Mit Hilfe eines Elektrofischfanggeräts gelang es ihnen, tausende Fische aus den verbleibenden Wasserbereichen zu bergen und in den Grabenkopf des Abfanggrabens umzusetzen.

„Gerettet wurden überwiegend junge Karpfen, Stichlinge und andere Weißfische sowie rund 100 Bachforellen“, berichtet Klaus Betlejewski, Vorsitzender des Vereins.

„Der Einsatz am Hüllgraben hat gezeigt, dass selbst in einer bereits zugespitzten Situation noch tausende Tiere gerettet werden konnten“, kommentiert Maximilian Voit, Präsident des Fischereiverbands Oberbayern. „Es spricht aber vieles dafür, dass bei einer kontinuierlichen Betreuung des Gewässers die Entwicklung deutlich früher erkannt worden wäre. Dann hätten sich vermutlich noch mehr Fische retten lassen.“

Denn nach Auffassung des Fischereiverbands Oberbayern verdeutlicht der Vorfall zugleich, wie wichtig eine gute Betreuung unserer Gewässer ist:

„Der Hüllgraben reiht sich heuer unter den Gewässern ein, an denen es zu sehr öffentlichkeitswirksamen Fischsterben gekommen ist. Auffällig ist, dass es sich dabei überwiegend um Gewässer handelt, die nicht durch einen Fischereiverein betreut, bzw. überhaupt nicht fischereilich bewirtschaftet werden. Kritische Entwicklungen werden dort häufig erst dann bemerkt, wenn aufmerksame Bürgerinnen und Bürger Alarm schlagen, oder wenn bereits erhebliche Schäden eingetreten sind.“ ergänzt Patrick Mayr, Geschäftsführer des Fischereiverbands Oberbayern.

Hierzu zählen beispielsweise Gewässer in der Zuständigkeit von Privatpersonen, Behörden oder anderen Einrichtungen wie der Autobahn GmbH oder der Deutschen Bahn. Auch im Juni hat sich bereits ein dramatisches Fischsterben in München ereignet, hier kam bei einem Biotop in Allach-Untermenzing fast jede Hilfe zu spät.

Gerade in Hitze- und Trockenperioden entscheidet jedoch das frühzeitige Erkennen sinkender Wasserstände und kritischer Sauerstoffverhältnisse über Erfolg oder Misserfolg einer Rettungsaktion. Fischereivereine kontrollieren ihre Pachtgewässer regelmäßig und erkennen Veränderungen deshalb oftmals bereits in einem frühen Stadium. Dadurch bleibt wertvolle Zeit, um Gegenmaßnahmen einzuleiten oder Fische und andere Wasserlebewesen rechtzeitig zu bergen.

Der Fischereiverband Oberbayern sieht den aktuellen Fall deshalb als weiteren Anlass, die Betreuung solcher Gewässer neu zu bewerten. Unser Dank gilt zudem den ehrenamtlichen Helfern der Isarfischer für ihren kurzfristigen und außergewöhnlichen Einsatz. Ihr Engagement hat trotz der bereits eingetretenen Schäden tausenden Fischen das Leben gerettet und ein noch deutlich größeres Fischsterben verhindert.

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