Ein weiter anhaltender Schutz der Prädatoren ist für die Fischerei nicht mehr hinnehmbar!

Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit ist es wichtig an Traditionen festzuhalten. Eine dieser Traditionen ist der bereits langfristig in der Fischerei verankerte Oberbayerische Fischereitag, welcher diesjährig in Rosenheim stattfand. Gemeinsam mit dem Kreisfischereiverein Rosenheim e.V. konnten wir wieder einmal zahlreiche Ehren- und Festgäste in Empfang nehmen und uns deren Unterstützung für den Verband und damit auch für die Belange der Fischerei versichern.

In zahlreichen Gesprächen mit unseren Mitgliedern, welchen wir an dieser Stelle besonders für ihr zahlreiches Erscheinen und die aktive Teilnahme danken möchten, kristallisierten sich einerseits die Erfolge als auch die gemeinsamen Problematiken der Fischerei und der damit stets verbundenen Gewässerpflege heraus.

Heuer wurden in zahlreichen Seminaren vor allem das Bachforellensterben, das Aufkommen des Fischotters sowie der mit der DSGVO verbundene bürokratische Mehraufwand kontrovers diskutiert. Neben diesen standen natürlich auch die Fortbildung der Gewässerwarte, als auch der für die Jugendarbeit essentielle Medienführerschein unserer Jugendleiter auf dem Plan.

Bay. Staatsminister für Umwelt u. Verbraucherschutz

Manche Dinge erfordern eine langfristige Strategie der Hege und Pflege. Unser diesjähriger Festredner Marcel Huber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz lobte zwar die Leistungen der Angel- und Berufsfischerei, sah sich selbst jedoch zwischen den Stühlen von Natur- und Vogelschutz, Bauernverband und den Fischern und um einen Ausgleich bemüht. Die Veränderungen der Gewässer und ihre Lebewesen unterliegen langen Zyklen, doch manchmal ist ein schnelles Eingreifen erforderlich. Klar wurde dies insbesondere in der Rede des Präsidenten Franz Geiger:
Vor allem dann ist eine rasche Lösung zu finden, wenn ein Trend wie das Standup-Paddling oder das wieder verstärkt aufkommende Rafting um sich greift. Der Wunsch der Teilhabe an der Natur und der damit verbundenen Erholung der Freizeitsportler ist verständlich, jedoch muss diese gewünschte Aktivität in einem für alle verträglichem Rahmen stattfinden.

Vor allem dann, wenn dadurch die Fischbestände einem übermäßigen Stress ausgesetzt werden obliegt es den Ministerien allgemeinverträgliche Regularien zu erlassen. Gerade ein geschlossenes Auftreten der Angel- und Berufsfischerei ist im Hinblick auf die langfristigen und vielschichtigen Problematiken entscheidend. Themen wie die immer weiterwachsende Gänsesägerpopulation oder die mit dem Klimawandel verbundene Steigerung der Gewässertemperatur sowie fallende Gewässerspiegel, können wir nur gemeinsam angehen und uns so in Politik und Verwaltung das notwendige Gehör verschaffen – denn eines ist klar: der Naturschutz hört nicht an der Gewässeroberfläche auf und ein weiterer Schutz der Prädatoren ist für die Fischerei und insbesondere für die aquaten Lebewesen nicht mehr hinnehmbar! Präsident Geiger machte in seiner Ansprache an die Anwesenden klar, dass der Verband gerade im Hinblick auf Gänsesäger und Fischotter einen dringenden Handlungsbedarf und eine unbürokratische Möglichkeit der Entnahme fordert, damit die vielen finanziellen und ehrenamtlichen Leistungen der Vorjahre im Bereich Artenschutz nicht völlig umsonst waren! Auch unsere Fische haben ein Recht auf Schutz!

Nicht ganz so politisch durften unsere Damen nach einer Stadtführung durch das historische Rosenheim die älteste Traditionsbäckerei der Stadt besuchen, bevor sie der Proklamation des Oberbayerischen Fischerkönigs beiwohnen konnten.

 

Diesjährig freuen wir uns Josef Frankenberger vom Kreisfischereiverein Wolfratshausen e.V. zum Titel des Oberbayerischen Fischerkönigs des Jahres 2018 zu gratulieren!

Alljährlich findet auch die Ehrung ausgewählter Personen für ihre Verdienste um die Fischerei in Oberbayern im Rahmen der Fischereitage statt. So konnte Präsident Franz Geiger den ersten Vorsitzenden des KFV Rosenheim, Rainer Schäfer, für seine langjährige Tätigkeit und sein Organisationstalent im Ramen der Fischereitage, mit der goldenen Ehrennadel, sowie Dr. Bernhard Gum der Fischereifachberatung Oberbayern ebenfalls mit der goldenen Ehrennadel des Verbandes auszeichnen.

Abschließend wollen wir uns noch bei allen Teilnehmenden, sowie insbesondere beim Kreisfischereiverein Rosenheim e.V. bedanken und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit, wie auch auf den im nächsten Jahr wieder stattfindenden Oberbayerischen Fischereitag – diesmal im schönen Mittenwald!

Weitere Presseartikel und Publikationen zum Fischereitag 2018:
Fernsehbericht des RFO über den Obb. Fischereitag 2018
Pressebericht des OVB online über den Obb. Fischereitag 2018

Fotos:
Susanne Schiffler
Thomas Schiffler