Die Mitgliederversammlung 2026 hat gezeigt: Der Fischereiverband Oberbayern ist gut aufgestellt, wächst weiter und stellt sich aktiv den Herausforderungen der Zukunft; mit klarer Haltung, fachlicher Kompetenz und starkem Rückhalt aus den Vereinen.

Im Bürgerzentrum Oberschleißheim fand Ende März die ordentliche Mitgliederversammlung statt. Präsident Maximilian Voit konnte zahlreiche Vertreter der Mitgliedsvereine, Ehrengäste sowie Funktionsträger aus Verband und Landesebene begrüßen. Die Versammlung zeigte einmal mehr: Die bayerische Fischerei steht vor großen Herausforderungen, begegnet diesen aber mit Geschlossenheit, klaren Positionen und einer positiven Entwicklung der Mitgliederzahlen.

Lesen Sie hier die Zusammenfassung der Versammlung:

Mitgliederversammlung 2026, Präsident Maximilian Voit, Foto: Boris Baumann

 

Stabile Entwicklung und steigende Mitgliederzahlen

Trotz eines leichten Rückgangs bei der Anzahl der Mitgliedsvereine (208) konnte der Verband erneut einen Mitgliederzuwachs verzeichnen, so Voit in seinem Bericht. Mit nun 39.517 Mitgliedern entspricht dies einem Plus von rund 500 Personen (+1,2 %), darunter etwa 300 Jugendliche. Auch Personell bekommt der Verband Verstärkung: Seit Februar unterstützt Tatjana Mahler das Team der Geschäftsstelle in der Verwaltung. Alle Ansprechpartner unseres Teams finden Sie hier.

Eine aktuelle Umfrage unter den Vereinen zeigt jedoch auch die Grenzen des Wachstums: Während 39 % der Vereine neue Mitglieder aufnehmen, arbeiten bereits 43 % mit Wartelisten, weitere 18 % können derzeit keine zusätzlichen Mitglieder aufnehmen.

Fischereirechte der Uniper

Seit Januar erfolgt die Verpachtung der Uniper-Fischereirechte über den Landesfischereiverband. Mit dem Inkrafttreten des Geschäftsbesorgungsvertrags wurde ein wichtiger Schritt für die Verwaltung von rund 85 Fischereirechten gesetzt, der Großteil davon in Oberbayern. Ziel bleibt eine faire und vereinsfreundliche Vergabepraxis.

Artenhilfsprogramm unter Druck

Das Artenhilfsprogramm 2025 konnte erfolgreich umgesetzt werden. Es wurden rund 300.000 € investiert und 175.000€ bezuschusst. Gleichzeitig wird die Situation zunehmend anspruchsvoller: Die Verfügbarkeit geeigneter Besatzfische nimmt ab, und neue Förderrichtlinien stellen Vereine künftig vor deutlich höhere Dokumentationsanforderungen. Sollte hier keine praktikable Lösung gefunden werden, steht die weitere Teilnahme des Verbandes am Programm in Frage.

Foto: Boris Baumann

FFH Verträglichkeitsprüfung für die Pupplinger Au

Ein zentrales Anliegen bleibt der Schutz sensibler Lebensräume: Für den Bereich der Isar in der Pupplinger Au fordert der FVO künftig verbindliche FFH-Verträglichkeitsprüfungen bevor seitens des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen Eingriffe in die Gewässerstruktur genehmigt werden. Es wird befürchtet, dass das dortige regelmäßige Ausbaggern den natürlichen Verlauf der Isar dauerhaft beeinträchtigt, zu einer zunehmenden Eintiefung des Flussbettes führt und damit den Kontakt zu Nebenarmen und Altgewässern weiter reduziert.

Kurse und Seminare

Der Verband baut sein Schulungsangebot konsequent aus. Neben etablierten Formaten wie dem Vorstands- und Kassierseminar sind neue Angebote geplant, z.B. zur modernen Vereinssatzung oder zur Ausbildung von Gewässerwarten. Im Jahr 2025 wurden fischereiliche Ausbildungen in Oberbayern mit etwa 15.000€ bezuschusst. (70 Fischereiaufseher, 30 Gewässerwarte, 5 E-Bedienscheine, 2 Ausbilder-Lehrgänge).

Bezirksjugendleiter Armin Haunstetter, Foto: Boris Baumann

Jugend als starke Säule

Die Bezirksjugendleitung berichtete neben den Veranstaltungen des vergangenen Jahres von einer sehr positiven Entwicklung. Mit einem Mitgliederzuwachs von rund 10 % stellt Oberbayern inzwischen etwa 30 % der Jugendlichen im Landesverband. Ein besonderes Highlight wird das 50-jährige Jubiläum des Jugendausbildungszeltlagers sein, das Anfang Juni am Chiemsee stattfindet. Alle Infos dazu auch hier.

Prädation als zentrale Herausforderung

Die Problematik durch Fischotter und Gänsesäger bleibt eines der dominierenden Themen. Während rechtliche Möglichkeiten im Umgang mit dem Fischotter weiterhin fehlen, zeigen Maßnahmen wie das Gänsesäger-Projekt deutliche Erfolge: In intensiv betreuten Gewässerabschnitten konnten sich insbesondere Äschenbestände messbar erholen.

 

Geschäftsführer Patrick Mayr zu den Theman aus der Förderstelle, Foto: Boris Baumann

 

Förderanträge

2025 wurden im FVO über 70 Fördervorgänge bearbeitet und im Anschluss wurden Fördermittel in Höhe von mehr als 250.000 Euro in Oberbayern bewilligt. Alleine das Artenhilfsprogramm umfasste die Prüfung von 183 Besatzmaßnahmen. Darüber hinaus wurden Sammelanträge für Kursteilnehmer gestellt. U.a. wurden mehr als 100 Ausbildungen bezuschusst. Besonders hervorgehoben wurde ein Inklusionsprojekt des KFV Wasserburg. Nach umfangreichen Genehmigungsverfahren konnte ein Steg realisiert werden, der auch Rollstuhlfahrern das Angeln ermöglicht (mit 90 Prozent der Kosten aus Mitteln der Fischereiabgabe gefördert).

Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass Förderanträge seit dem 1. Dezember 2025 ausschließlich über das neue Online-Förderportal einzureichen sind. Interessierte Antragsteller werden gebeten, sich entsprechend zu registrieren. Weitere Infos hier.

Zukunft des Fischereischeins

Die Zukunft des Fischereischeins soll digital gestaltet werden. Ab dem Jahr 2027 ist die Einrichtung eines bundesweiten Fischereiregisters vorgesehen, in dem künftig alle Fischereischeine sowie die Informationen zur Fischereiabgabe erfasst werden. Grundlage bildet ein bereits in Schleswig-Holstein erfolgreich eingesetztes System, dem, mit Ausnahme von zwei Bundesländern, alle Länder beitreten wollen.

Zukunft der Fischerprüfung

In 14 von 16 Bundesländern sind Online-Vorbereitungskurse im Selbststudium für den theoretischen Teil zur Vorbereitung der Fischerprüfung bereits zugelassen. Für Bayern wurde eine entsprechende Einführung durch das Institut für Fischerei ab voraussichtlich 2027 angekündigt. Eine Umfrage unter den Vereinen (bisher ca. 60 Rückmeldungen) ergab, dass derzeit nur etwa 14 % noch selbst ausbilden, während 86 % keine eigene Ausbildung mehr durchführen. Ein Drittel der befragten Vereine lehnt Online-Kurse im Selbststudium ab, 55 % stehen ihnen bei entsprechender Begleitung neutral gegenüber, und 12 % bewerten sie als gute Lösung.

Seitens des Verbandes wird betont, dass digitale Angebote die praktische Ausbildung nicht ersetzen können. Künftig wird daher eine Trennung in Theorie- und Praxisteil angestrebt, wobei die Praxis deutlich gestärkt werden soll. Vorgesehen sind unter anderem ein ganztägiger Praxistag (mindestens acht Stunden), einheitliche Qualitätsstandards, ein standardisierter Lehrplan sowie eine Zertifizierung der Anbieter durch den Verband.

Die Vereine sollen künftig verstärkt als Zentren der praktischen Ausbildung fungieren. Interessierte Vereine werden gebeten, sich beim Fischereiverband Oberbayern zu melden.


Bestätigung der in den Landkreisen gewählten Hauptausschussmitglieder

Für den Landkreis Freising wurde Herbert Stein neu in den Hauptausschuss gewählt und stellte sich persönlich vor. Die Wahl erfolgte einstimmig. Präsident Voit sprach Günter Wolter, dem bisherigen Amtsinhaber, seinen herzlichen Dank für dessen Engagement aus.

Die Aufgaben von Edwin Wucher für Rosenheim werden künftig von Toni Huber übernommen. Toni Huber gehört dem Hauptausschuss bereits seit vielen Jahren an. Auch Edwin Wucher wurde an dieser Stelle nochmals ausdrücklich für seine geleistete Arbeit gedankt. Alle Ansprechpartner finden sie hier.

 

Anträge und Aussprachen

  • Klare Position zur Fischotterproblematik

    Ein Beschluss der Versammlung betraf den Antrag des Bezirksfischereivereins Miesbach-Tegernsee. Die Mitglieder beauftragten die Verbandsspitze einstimmig, die Interessen der Angelfischerei im Zusammenhang mit der Fischotterproblematik künftig gleichwertig zur Teichwirtschaft zu berücksichtigen. Damit setzt der Verband ein deutliches Signal für die breite Basis seiner Mitglieder und unterstreicht die Dringlichkeit praktikabler Lösungen.

Verschiedenes und Ausblick

  • Oberbayerischer Fischereitag am 12.09.2026 in Helfenbrunn: Gastgeber wird dieses Jahr der AC Wasserfreunde München sein. Austragungsort: Burgerwirt. Eingeladen sind alle Vorstandsmitglieder und engagierte Vereinsmitglieder. Als Gastredner hat sich Digitalminister Dr. Fabian Mehring angekündigt.
  • Bayerischer Landesfischereitag 2026, 12.–13. Juni 2026 in Kronach in Oberfranken
    Tagungsort: Festung Rosenberg

    Gastgeber: Bezirk Oberfranken

    Gastredner: noch offen

    Für die Teilnahme am Bayerischen Landesfischereitag organisiert Oberbayern einen Bus.

Wir danken für das zahlreiche Erscheinen und die gute Versammlung!